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11. Juni 2022 – Stadtrundgang mit László Ungvari und Bernd Lux

Ein Erlebnisbericht

Das Interesse war groß am Stadtrundgang mit dem Ortschronisten Bernd Lux und László Ungvari, dem Bürgermeisterkandidaten für die Wahl am 28. August 2022.

Neben den vielen hochinteressanten Fakten über die Geschichte unserer Stadt Wildau, gab es auf dem Rundgang sehr persönliche Gespräche, die eine lockere und heitere Stimmung erzeugten. Bernd Lux erläuterte – in seiner Funktion als Ortschronist – ausgewählte Details aus der spannenden Geschichte unserer Stadt und er empfahl auch einige Bücher zum Thema, wie z.B. “Pulverdampf und Schwermaschinen”.

Dass die Schwartzkopff-Siedlung bereits 1900 entstanden ist, kann man sich eigentlich gar nicht vorstellen, wenn man die fortschrittlichen Ideen betrachtet, die die Siedlung auszeichneten. Das war zur damaligen Zeit beispielgebend. So gab es in den Häusern bereits Innentoiletten bzw. sogar Bäder. Auch die Waschküchen und Kellerräume waren außergewöhnlich. Zu den Wohnungen gehörten auch die heute noch so beliebten Hausgärten.

Die Lokomotivfabrik wurde 1900 eröffnet und László Ungvari berichtete dann, dass es in Deutschland nur 4 Ortschaften gibt, wo die Siedlung um das Werk herum im selben Stil erbaut wurde, wie das Werk selbst. Nicht jedem ist sicher bekannt, dass auch die heutige Ludwig-Witthöft-Oberschule samt Turnhalle seit 1900 existieren.

Das Casino (heute Volkshaus) enstand 1906 und galt als das kulturelle Zentrum der Stadt. Einige der Teilnehmer des Stadtrundgangs waren sehr verblüfft, dass es in Wildau tatsächlich auch schon seit 1900 einen Bahnhof gibt. Bernd Lux machte dann noch darauf aufmerksam, dass bei den Häusern der Schwartzkopff-Siedlung jedes Haus eine Besonderheit darstellt. Die Giebel der Häuser sind alle unterschiedlich und auch die Haustüren. Darauf sollte man einmal achten, wenn man durch die Siedlung geht.

László Ungvari wohnt übrigens seit vielen Jahren in der Schwartzkopff-Siedlung am Marktplatz. Auf die Frage, wie es sich denn in den Wohnungen lebt, sagte er: “Abgesehen davon, dass die Straße sehr laut ist, gefällt mir die Wohnung ausgesprochen gut. Außerdem ist sie barrierefrei, was besonders praktisch ist.” Auf dem Weg vom Marktplatz ging es auch an der Streuobstwiese vorbei. Dahinter haben ja vor Kurzem wieder die Wasserbüffel ihr Quartier bezogen. László Ungvari erwähnte sehr gerührt, dass er als Schirmherr ja nun der “Wasserbüffel-Papa” sei und in diesem Jahr vier Wasserbüffel in Wildau begrüßen konnte – alles Mädchen!

Die Zeit verging wie im Fluge. Auf dem Weg zum Gelände der Technischen Hochschule wurde noch darüber gesprochen, dass die Schwartzkopff-Siedlung lange Zeit einen sehr abgewirtschafteten Eindruck machte. 2003 begann die aufwendige Sanierung nach historischem Vorbild. Sie erfolgte in enger Zusammenarbeit von Stadt und WiWO. Es war eine Herkulesaufgabe und dauerte insgesamt 18 Jahre, endete aber unter der Leitung des damaligen Geschäftsführers der WiWO, Frank Kerber, als Erfolgsgeschichte. Die Rekonstruktion der Schwartzkopff-Siedlung wurde 2012 mit dem “Deutschen Bauherrenpreis” geehrt.

Der Stadtrundgang endete dann auf dem Gelände der TH Wildau. Hier gab es ein Erinnerungsfoto und Prof. Dr. László Ungvari beantwortete noch zahlreiche Fragen, auch zu seiner Zeit als Präsident der TH Wildau. 18 Jahre dauerte seine Präsidentschaft. Durch sein Engagement sind viele Veränderungen und Umbauten an den Gebäuden der TH möglich geworden. Er hat immer mit dem Herzen für seine Hochschule gekämpft. Das spürt man selbst heute noch, wenn man ihn darüber reden hört. Der Erfolg gibt ihm Recht und bis heute ist es ihm wichtig, gute Kontakte zu pflegen – zu den ehemaligen Studentinnen und Studenten aber auch zu den Kolleginnen und Kollegen.

László Ungvari konnte beim Rundgang so manche Geschichte zum Besten geben. Z.B. erzählte er, dass die Lokomotive – die auf dem TH Gelände steht und auch ein Wahrzeichen der Stadt darstellt – von einem privaten Sammler für 42.000,00 DM abgekauft wurde. Die Lok – Baunummer 52 – stand in Diepensee in dessen Garten.

Die zweistündige Tour durch Wildau war nach den Worten von László Ungvari “Einfach erlebnisreich und schön.” Einige Interessierte schauten sich dann noch ein wenig um auf dem Gelände der TH und es war der Wunsch zu hören, dass die Stadt Wildau mit ihrer beeindruckenden Geschichte doch in Zukunft wieder zu einer Drehscheibe des Fortschritts in der Region werden könnte.

Christine Stüber-Errath

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