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Allgemein Meinungen & Leserbriefe

Faktencheck Stichkanal von Ronni Krzyzan

Dem MAZ-Artikel vom 07.12.2021 über die Pressekonferenz der WiWO am 6. Dezember 2021 konnte man entnehmen, dass für das Areal Stichkanal im Januar 2022 erst einmal eine Machbarkeitsstudie vorgestellt werden soll. Anschließend soll mit ALDI ein Planungswettbewerb durchgeführt werden.

Als Bürgerin von Wildau, die das Geschehen um den Stichkanal seit langem verfolgt, frage ich mich, warum diese Schritte? Gerade die Stadtverordneten, wie z.B. Herr Scheiner, als auch Frau Homuth, die in verschiedensten Funktionen von Beginn an involviert waren, sollten wissen, dass die SVV am 30. April 2019 ein von der WiWO und dem Berliner Büro m2r architecture entwickeltes und durch die Bauverwaltung und die WiWO vorgelegtes städtebauliches Grundkonzept einstimmig bestätigt hat. Gleichzeitig sollten sie sich an die Beschlüsse des Aufsichtsrates Ende 2019 erinnern. Wesentliche Kernelemente des Konzeptes waren die Sanierung des Stichkanals, eine neue Unterführung unter der Bahn für Fußgänger und Fahrradfahrer, die Altlastensanierung des Grund und Bodens, ein moderner und größerer ALDI sowie ein Parkhaus auch für die Bestandsmieter. Darüber hinaus haben die Stadtverordneten den Wunsch geäußert, die Überlegungen für eine Ansiedlung eines Hotels an diesem Standort zu vertiefen.

Die damalige WiWO-Zeitschrift „Köpffchen“ berichtete darüber in der Ausgabe 02/2019.

 

Städtebauliches Entwurfskonzept am Stichkanal, Grafik: m2r architecture
Städtebauliches Entwurfskonzept am Stichkanal, Grafik: m2r architecture

Wichtig zu wissen ist an dieser Stelle, dass sich die SVV am 30. April 2019 zur letzten Sitzung der Wahlperiode 2014-2019 – also in „alter Besetzung“ mit Frau Homuth als SVV-Vorsitzende traf. Seit der Neuwahl der SVV in 2019 hat die SVV in keiner ihrer Beratungen bis heute das Thema behandelt.

Die WiWO hat damals die Aktivitäten vorangetrieben, so dass ab Ende 2019 ein Bebauungsplanverfahren auf Grundlage des fertigen und von den Gremien der WiWO und der SVV einstimmig bestätigten Konzeptes hätte eröffnet werden können. Üblicherweise hätte es nach nunmehr zwei Jahren längst Baurecht gegeben, so dass die Bauarbeiten vermutlich schon begonnen hätten.

Das Konzept sah vor, dass die Investoren im Rahmen der Gesamtwirtschaftlichkeit des Projektes einen Kaufpreis auf Basis eines Verkehrswertgutachtens zu zahlen hätten, wobei die Kosten für die Sanierung des Stichkanals, die Unterführung unter der Bahn sowie die Altlastensanierung des Grund und Bodens dabei angemessen berücksichtigt worden wären. Das Konzept war zudem einvernehmlich mit den Vertretern von ALDI abgestimmt. ALDI und die WiWO waren bereit, ihre jeweiligen Grundstücke in die Idee einzubringen, damit unabhängig von vorhandenen Grundstücksgrenzen zunächst die beste städtebauliche Idee gefunden wird. Im Anschluss hätte das Eigentum neu aufgeteilt werden können, wobei ALDI offen war, künftig als Eigentümer oder sogar als Mieter aufzutreten. Es lagen somit perfekte Rahmenbedingungen vor, um nach mehrjähriger Vorlaufzeit das Projekt zügig und hochwertig in die Tat umzusetzen.

Auch bei diesem Projekt liegt bereits eine Machbarkeitsstudie des Fachbüros Vössing für eine mögliche Unterführung unter der Bahn vor. Es ist machbar. Die Abstimmungen mit der Deutschen Bahn waren diesbezüglich vielversprechend. Dies wäre ein echter Mehrwert für die Stadt und ihre Bürger, weil eine Unterführung an dieser Stelle eine wichtige zentrale Möglichkeit wäre, die Bahngleise fußläufig zu überwinden. Dies nützt nicht nur den Bürgerinnen und Bürgern, um beispielsweise auf direktem Weg an die Dahme zu gelangen, sondern vor allem vielen Angestellten und Studierenden im Werkgelände und in der TH Wildau. Das Leben könnte an diesem wichtigen städtischen Punkt pulsieren.

Der Gedanke, an dieser Stelle ein Hotel anzusiedeln, ist ebenfalls bestechend. Wildau braucht ein Hotel, damit die Firmen auf dem Werkgelände bessere Standortbedingungen haben. Inzwischen ist bekannt, dass das Seehotel möglicherweise schließt. Das wäre auch für Wildau ein Verlust. Die Stadtverordneten haben sich in 2019 für ein Hotel an diesem Standort, der aufgrund der unmittelbaren Nähe zur S-Bahn und zur TH und dem Werkgelände hochattraktiv ist, entschieden.

Und noch ein wichtiger Aspekt war in der Abstimmung mit den zuständigen Ämtern bereits abgeklärt. Die Verfüllung des hinteren Teils des Stichkanals und der Bau einer Unterführung stellten nach Ansicht der zuständigen unteren Abfallwirtschafts- und Bodenschutzbehörde eine zu bevorzugende und wirtschaftlich sowie altlastensanierungstechnisch sehr gute Lösung dar.

Frau Homuth und die WiWO haben nach Weggang von Herrn Kerber das Projekt einfach liegen gelassen, damit „Gras drüber wächst“. In der Hoffnung auf die Vergesslichkeit der Bürgerinnen und Bürger und der Stadtverordneten soll nun vollkommen neu begonnen werden. Neben dem vielen Geld und dem Arbeitsaufwand, der damit für die Katz ist, leiden die Bürgerinnen und Bürger sowie ALDI unter dem Fortbestand der aktuellen Situation. Die Einkaufsmöglichkeiten in der Schwartzkopff-Siedlung sind ungenügend. Für ALDI stellt sich der inzwischen viel zu kleine Markt als problematisch dar. Der Markt muss aufgrund der geringen Größe täglich mehrfach beliefert werden, um die Bevölkerungsversorgung zu sichern. Ein moderner ALDI hätte zudem ein deutlich größeres Produktsortiment, das vor allem für die älteren Bürgerinnen und Bürger sowie für die Menschen ohne Auto besonders wichtig wäre.

Warum wird das bereits abgestimmte und einstimmig beschlossene Konzept nicht umgesetzt und seit inzwischen über zwei Jahren verzögert? Warum wird also das Rad neu erfunden?

Hier könnten wir längst weiter sein. Oder nimmt sich Frau Homuth wirklich 6 Jahre Zeit (wie am 23.04.2021 auf der öffentlichen Versammlung der BI von ihr angekündigt).

Mehr als schade!

Ronni Krzyzan

Den MAZ Artikel zur Pressekonferenz finden Sie hier: https://www.maz-online.de/Lokales/Dahme-Spreewald/Wildau/Wildau-Wohnungsbaugesellschaft-Wiwo-investiert-23-Millionen-Euro

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