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Allgemein Meinungen & Leserbriefe

Kommentar von Peter Lindner zum Interview der SPD- Fraktionsvorsitzenden Susanne Ziervogel in der MAZ vom 04.12.2021

Noch Parteidisziplin oder schon Realitätsverlust…???

Es mag ja ehrenwert sein, dass sich die SPD- Fraktionsvorsitzende der Wildauer SVV, Frau Susanne Ziervogel hinter ihre Parteigenossin und Bürgermeisterin, Frau Homuth stellt. Nur ist die Faktenlage eine ganz andere als in der Wahrnehmung der beiden Damen.
So hat Frau Homuth höchstselbst zwei sich widersprechende Dinge geäußert:

Zum einen nachzulesen u.a. in der MAZ vom 05.03.2021:
„…Sagen kann ich aber, dass ich nicht bestechlich war und dies auch nicht bin“, so die Bürgermeisterin. Das werde sie auch beweisen, sollte das Gericht die Anklage zulassen, sagt sie.“

Zum anderen im gleichen Zusammenhang mit dem Vorwurf der Bestechlichkeit die Aussage:
“… Ich habe damals einen Fehler gemacht, der mir nicht noch einmal passieren wird. …“, nachzulesen in der MAZ vom 19.10.2021.

Nun geht es bei dieser Wahlparty um eine Rechnung von ca. 2300 €, für die der Generalstaatsanwalt (also kein beliebiger Dorfsheriff) einen öffentlich formulierten „hinreichenden Tatverdacht“ der Vorteilsnahme sah und ein zwingend erforderliches Verfahren nur aus zwei Gründen einstellen konnte: Zum einen kam das begünstigte Grundstücksgeschäft dank mutiger und beharrlicher Personen in Gestalt der Herren Kerber und Hillebrand nicht zu Stande, zum anderen, weil Frau Homuth eine Strafe in Höhe von 5500.- € akzeptiert hat.

Hier stellen sich mir und wahrscheinlich vielen anderen Bürgern doch zwei Fragen:

  1. Wieso bezahlt jemand eine Strafe, die um ein Mehrfaches höher ist als der eigentlich strittige Betrag, wenn die gleiche Person über ein Jahr lang öffentlich seine Unschuld beteuert?
  2. Welchen „Fehler“ meinte denn die Bürgermeisterin im Zusammenhang mit dem Vorwurf der Bestechlichkeit?
    Hat sich Frau Homuth für die Strafe entschieden, weil andere Vorteile wesentlich größer sind, wie z.B. der Verbleib weiterer Jahre im Amt zu einem erklecklichen Salär und den Vorzügen des Beamtendaseins? War sie sich plötzlich doch nicht sicher, ob ein „…Fehler…“ und ein „…hinreichender Tatverdacht…“ nicht doch zu einer Verurteilung geführt hätten?

    Menschlich nachvollziehbar, aber das Handeln der Bürgermeisterin hat eben noch weitere Komponenten. Da ist zum einen ihr Amt; sie ist die Meisterin aller Bürger und zum anderen die moralische Bewertung durch die Bürger.

    Und gerade diese moralische Bewertung ist nun in ca. 2800 Unterschriften für eine Abwahl manifestiert worden. Zu diesen Unterschriften ist kein einziger Bürger gezwungen worden. Im Gegenteil wurde der Vorwurf laut, dass dieses demokratisch legitimierte und durch Gesetze geschützte Bürgerbegehren durch einzelne, der Bürgermeisterin qua Amt oder Arbeitsvertrag verbundene Personen behindert wurde bzw. behindert werden sollte.

Sehr geehrte Frau Ziervogel, dies ist nicht der einzige Beweis dafür, dass Ihre moralischen Eckwerte nicht ganz den gängigen Standards entsprechen.

In der SVV- Versammlung am 21.09.2021 wurden Vorwürfe des Mobbings gegen einzelne Mitarbeiter des WILDORADO bekannt. Ich war Ohrenzeuge, als Sie sinn-gemäß sagten, wenn Ihnen diese Vorwürfe bekannt wären, würden Sie dagegen vorgehen. Kurze Zeit später haben Sie von Betroffenen eine sehr detaillierte Konkretisierung dieser Vorwürfe im persönlichen Gespräch erhalten. Ihr Rat war sinngemäß, sich bei diesen massiven Behinderungen doch besser eine neue Arbeit zu suchen.

Frau Ziervogel, wenn Sie solche Ratschläge geben, zeigt dies zunächst erstmal, dass Sie selbst die geschilderten Ereignisse als Mobbing bewerten. Es zeigt aber auch, dass Sie hier Opfer und Täter völlig falsch bewerten. Dass Mobbing zu den Eckwerten einer Arbeiterpartei zählt, habe ich in noch keinem sozialdemokratischen Parteiprogramm gelesen.

Es scheint also, dass es bei Ihnen persönlich einen dramatischen Werteverlust gibt.

Sie schützen eine zwar rechtlich als unbescholten geltende, aber moralisch „verbrannte“ Bürgermeisterin und Sie finden Mobbing durch einen kommunalen Arbeitgeber so normal, dass der Betroffene ja das Weite suchen kann.

Wirklich sehr sozialdemokratisch!!!

Wenn Sie mit Ihrem Interview sich, Ihrer SVV-Fraktion und der Bürgermeisterin einen Bärendienst erweisen wollten, muss man vor Ihnen den Hut ziehen.


Das Interview mit Susanne Ziervogel finden Sie hier:
https://www.maz-online.de/Lokales/Dahme-Spreewald/Wildau/Wildau-SPD-Fraktionschefin-Susanne-Ziervogel-zum-Abwahlverfahren-gegen-Buergermeisterin-Homuth

Eine Antwort auf „Kommentar von Peter Lindner zum Interview der SPD- Fraktionsvorsitzenden Susanne Ziervogel in der MAZ vom 04.12.2021“

Dem Kommentar von Herrn Lindner muss man eigentlich nicht viel hinzufügen. Ja, auch Frau Ziervogel folgt dem Motto: Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing.
Es ist ein Possenspiel sondersgleichen im Amt in Wildau. Gute Leute gehen oder werden gegangen, weil sie sich das nicht mehr antuen wollen oder wiederspechen.
Frau Homuth stellt dafür inkompetente Mitarbeiter ein und bringt das Fass zum überlaufen.
Der Landrat Loge als Parteigenosse, schweigt lieber, als zu handeln.
Mich bewegt schon lange die Frage, wann hat dieses Possenspiel endlich ein Ende und Frau Homuth macht den Weg für einen Neuanfang frei. Für Wildau und dessen Bürger.
Ich unterstütze die BI Wildau und wünsche ihr den erhofften Erfolg.
Eine Bemerkung zum Schluss: man muss nicht der Linken oder einer anderen Partei angehören, um hier ein Ende zu fordern.

// Hinweis der Redaktion:
Die Kommentatoren sind uns namentlich bekannt, baten uns jedoch um Anonymität, aus Sorge vor Repressalien aus der Rathausführung. Wir haben uns daher entschlossen, dieses Schutzbedürfnis zu respektieren.

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