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Vetternwirtschaft beim AWO – Regionalverband Brandenburg Süd e.V. zugunsten der Wildauer SPD-Fraktion und ihrer Familien?

Gastbeitrag von Catrin Buck in Zusammenarbeit mit Sebastian Franke

Wie wir in unserer Facebookgruppe WILDAU mehrfach bemerkten, scheint die AWO für einige unserer SPD-Stadtverordneten und ihre Familien immer mehr zum Versorgungswerk geworden zu sein oder war das schon immer so?

Wie sieht der Sachstand aus?  Vorab: Die Arbeiterwohlfahrt wurde 1919 von Sozialdemokraten als innerparteiliche Wohlfahrtsorganisation gegründet und galt laut SPD-Geschichtswerkstatt als „Kind der Partei“. Nach 1945 wurde sie als eigenständige, parteinahe Organisation neu gegründet.“ (so die MAZ). Unsere Stadtverordneten-versammlung umfasst aktuell 7 Stadtverordnete in der SPD-Fraktion. Diese hat zudem einige Sachkundige Einwohner empfohlen, die dann auch bestellt wurden. Nicht nur Einzelne haben es bereits „geschafft“, durch die AWO sehr gut „versorgt“ zu werden:

Susanne Ziervogel

  • SPD-Fraktionsvorsitzende
  • für die SPD-Mitglied im Ausschuss für Bildung und Soziales
  • für die SPD-Mitglied im Ausschuss Haushalt, Finanzen und Liegenschaften
  • für die SPD-Mitglied im Hauptausschuss
  • für die SPD im Aufsichtsrat der WiWO
  • arbeitet bei der AWO als Büroleitung
  • AWO-Dienstwagen

Susann Schulz

  • Stadtverordnete der SPD
  • seit 04/2021 Koordinatorin für Digitalisierung beim AWO Regionalverband Brandenburg Süd e.V.
  • zuvor wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Tina Fischer / SPD (Landtag Brandenburg, die wiederum Mitglied im Regionalvorstand des AWO-Regionalverbands Brandenburg Süd sowie Vorstandsmitglied des AWO-Kreisverbandes Dahme-Spreewald ist
  • Beisitzerin im SPD-Unterbezirksvorstand
  • für die SPD: Vorsitzende des gemeinsamen Aufsichtsrates der Gesundheitszentrum Wildau GmbH und der Medizinischen Einrichtungs-GmbH
  • für die SPD: Mitglied im Ausschuss für Bildung und Soziales
  • für die SPD: Vorsitzende des Ausschusses für Umwelt und kommunale Ordnung
  • für die SPD: Mitglied im Ausschuss Stadtentwicklung und Wirtschaft 

Steffen Ziervogel
(Ehemann von Susanne Ziervogel)

  • Sachkundiger Einwohner für die SPD im Ausschuss für Bau und Planung
  • Sachkundiger Einwohner für die SPD im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft
  • jetzt der Hausmeister der neuen „Kita Am Hasenwäldchen“

Ronny Richter

  • Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung
  • Stadtverordneter für die SPD
  • obwohl er (noch) nicht SPD-Mitglied ist, gehört er zur SPD-Fraktion und stimmt entsprechend ab
  • seit kurzem Referent der Geschäftsführung beim AWO-Regionalverband Südbrandenburg
  • für die SPD: Mitglied im Hauptausschuss
  • für die SPD: Mitglied im Ausschuss Haushalt, Finanzen und Liegenschaften 
  • für die SPD: im Aufsichtsrat des Wildorado

Maxi Ziervogel
(Tochter von Susanne Ziervogel)

  • berufsbegleitende Ausbildung bei der AWO zur Erzieherin
  • arbeitet bei der AWO wohl in einem Kinderheim
  • auf Initiative der SPD mit sehr erwachsenen 26 Jahren!!! Mitglied des Kinder- und Jugendbeirates Wildau

Miriam Richter
(Ehefrau von Ronny Richter)

  • leitet seit Januar 2022 den AWO-Seniorentreff in Wildau
  • Gehalt soll jedoch die Stadt Wildau bezahlen

Nun schreibt auch die MAZ einen Artikel zum Thema. Wie erwartet, weisen natürlich sowohl die AWO und betroffene Stadtverordneten die Vorwürfe zurück. Die Kritiker sehen sich jedoch bestätigt.

Auch Sebastian und ich wurden dazu unabhängig voneinander befragt. „Das wird offenbar fortgesetzt, obwohl die Wähler auch dieses System abgewählt haben”, sagte Sebastian mit Bezug auf die Abwahl von Angela Homuth. Er meint, dass das kein Zufall ist und spricht von einer “unzulässigen Verquickung”. Inzwischen seien drei Mitglieder der siebenköpfigen SPD-Fraktion für die AWO tätig. Nach seiner Ansicht sei der Verband bei der Vergabe der Kita Hasenwäldchen im Frühjahr 2021 bevorzugt worden. “Das hatte Geschmäckle”, sagt er. Die AWO als Träger war von Angela Homuth – sie ist ehrenamtliche Vorsitzende des AWO Ortsvereins – vorgeschlagen worden und bekam in der SVV den Zuschlag als Kita-Betreiber, es gab drei Bewerber.“

Dem konnte ich nur zustimmen. Allein die Vergabe der Kita fand ich mehr als „verwunderlich“. Zumal später bekannt wurde, dass die online zugeschalteten Mitbewerber nicht angehört werden konnten, weil es wohl „technische“ Probleme gab. Ich hatte in meinen bisherigen Veröffentlichungen auch die personellen Verbindungen zwischen SPD und AWO in Wildau stets kritisiert. „Ich will gar keine Kompetenzen in Frage stellen, aber es wirkt eigenartig“, sagte ich der MAZ.

Auch die BI hatte die Homuth-Abwahl damit begründet, „[…], dass Getreue der Bürgermeisterin mit Jobs bei der AWO belohnt würden. […] Die Kita-Vergabe wurde ebenfalls damit in Zusammenhang gebracht.“ schreibt Frank Pawlowski.

Der Geschäftsführer des AWO-Regionalverbandes Südbrandenburg – Wolfgang Luplow: Die Kita-Vergabe „[…] war eine demokratische Entscheidung.“ Die AWO werde nicht begünstigt und Wildauer SPD-Politiker nicht mit Arbeitsstellen versorgt. „Gute Bewerber seien nicht leicht zu finden. […]“

So, so! In der Wildauer SPD scheinen, besonders talentierte und hochqualifizierte Menschen vertreten zu sein.

„Ein zweiter Geschäftsführer des Regionalverbandes ist Vorstandsmitglied im SPD-Unterbezirk Dahme-Spreewald.“ so die MAZ. Hier könnte Jens Zarske-Lehmann gemeint sein…. Kassierer beim SPD-LDS- Unterbezirks-vorstand. 

Beide sind übrigens auch die Geschäftsführer der WSG GmbH.
(https://www.wsg-wildau.de/impressum.html). Ach ne!!!

Wildaus SVV-Vorsitzender Ronny Richter erklärte (auch sich betreffend): „Ein guter Arbeitgeber hat einen guten Arbeitnehmer gefunden. Punkt.“ „Es wird versucht, Leute zu diskreditieren, nur weil sie nicht in das eigene Weltbild passen“, erwidert er seinen Kritikern.
Bei jeder künftigen Entscheidung zur AWO dürfe er in der Stadtverordneten-versammlung nicht mitstimmen. Sie habe durch ihn in der Politik keinen Vorteil. Die Kita-Vergabe verteidigt er. „Ich bin froh, dass wir einen großen und verlässlichen Partner gefunden haben.“

Hm, jetzt scheint er doch glatt „traurig“ zu sein, dass er nicht mitstimmen dürfe und somit sein ihm von uns Bürgern eingeräumtes Stimmrecht verfällt. Man finde den Fehler!!!

„Susanne Ziervogel meinte: „Die Vorwürfe tun langsam weh. Menschen, die so etwas von sich geben, sollten sich schämen.” Sie habe schon jahrelang ehrenamtlich für die AWO gearbeitet, bevor sie Stadtverordnete wurde und in die SPD eintrat. 2016 wurde sie bei der AWO angestellt. An der Abstimmung im Stadtrat voriges Jahr zur Kita-Vergabe nahm sie nicht teil.“ Hm, dass ihr Mann und ihre Tochter auch Unterschlupf bei der Wohlfahrt fanden, ist nicht sooo erwähnenswert.

Warum wohl? Mehr als nun schon übliche Gejammere habe ich hier auch nicht erwartet. Sie scheint zumindest einen sehr flexiblen Job zu haben. Soll sie doch ihrem Bürgermeisterkandidaten, Enno von Essen, im Wahlkampf beim Kaffeeklatsch etc. ab und an unterstützend zur Seite stehen.

Nun haben wir mal weiter „recherchiert“;

Gregor Häger

  • Sachkundiger Einwohner für die SPD im Bauausschuss
  • Bereichsleiter Beschaffung-Investition-Technik bei der AWO BB-Süd
  • „Architekt“ bei der AWO
  • unter anderem auch für die Kitas zuständig

Ich denke, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange ist, aber schon reicht, um uns klarzumachen, was hier läuft bzw. laufen könnte. Unsere oben genannten SPD-Vertreter in der SVV sind nicht mehr unabhängig. Das ist übel, da diese Stadtverordneten so gut wie immer im Block abstimmen.

Theoretisch hat die AWO also ihre Finger

• im Ausschuss für Bildung und Soziales 
• im Hauptausschuss
• im Ausschuss für Bau und Planung
• im Ausschuss für Stadtentwicklung und Wirtschaft
• Im Ausschuss für Umwelt und kommunale Ordnung
• im Ausschuss für Haushalt, Finanzen und Liegenschaften 
• im Kinder- und Jugendbeirat
• am Vorsitzenden der Stadtverordnetenversammlung
• im AWO-Seniorentreff
• im Aufsichtsrat des Gesundheitszentrums
• im Aufsichtsrat des Wildorado
• im Aufsichtsrat der WSG
• im Aufsichtsrat der WiWO

… entweder eben über die Stadtverordneten oder die durch sie vorgeschlagenen Sachkundigen Einwohner. 

https://www.maz-online.de/lokales/dahme-spreewald/wildau/wildau-vorwuerfe-gegen-spd-stadtverordnete-wegen-jobs-bei-der-awo-HZBGIWNQBZO2E4EAE2MSZFZ4ZE.html


Ich bitte zu beachten, dass ich für alle meine hier gemachten Angaben keine Gewähr übernehme. Sie entstammen unseren Recherchen und Veröffentlichungen aus dem Internet und mündlichen Überlieferungen.

/Edit 15.08.2022, 19:34 Uhr

 

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