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2. Stammtisch 13.08.2021 im Cafe 21 – Ein Stimmungsbericht!

Vielleicht lag es am Datum, – Freitag dem 13. – , dass dieser zweite Stammtisch besondere Emotionen weckte.

Allein die Gästeliste war höchst spannend:
Von der BiW die Gründungsmitglieder Prof. Dr. László Ungvari, Thomas Kuhn, Christine Stüber-Errath, unsere enagierten „Mitstreiter“ Ronni Krzyzan und René Schuboth.

Sylvia Lehmann (MdB) und für die SPD die Direktkandidatin für unseren Wahlkreis 62 war der Einladung gefolgt, auch Siegbert Nimtz – 16 Jahre Bürgermeister in Heidesee.

Michael Bley – „Bley Architektur“ hat es sich auch nicht nehmen lassen vorbeizukommen, um über seine Machbarkeitsstudie zur Erweiterung der Grundschule aus erster Hand zu berichten.

Zu diesem Thema kam auch zum zweiten Mal Dr. Peter Mittelstädt – ehemaliger Vorsitzender der SVV in unsere Runde.

Wir konnten Jens Warnken – frisch gewählter 1. Vorsitzender des Gewerbevereins unter uns begrüßen. Er mischte sich unter die Gäste als Geschäftsführer der erfolgreichen Wildauer Firma „airkom – Druckluft GmbH“.

Und das erste Mal öffentlich äußerte sich Berthold Pohl – bis vor Kurzem Leiter Gebäudemanagement im Bauamt Wildau – zu Projekten der Stadt und der Stimmung im Rathaus bzw. zum Arbeitsstil der Bürgermeisterin Angela Homuth.

Schade, dass Frank Pawlowski – MAZ nicht von Beginn an dabei sein konnte. Ev. Ist ihm deshalb gar nicht aufgefallen, welch interessante Gäste der Stammtisch am 13. August zu bieten hatte. In seinem Artikel in der MAZ vom 17.08.2021 konnten wir leider davon nur wenig lesen. Sehr bedauerlich.

Der Stammtisch war jedenfalls nicht – wie man beim Lesen des MAZ-Artikels vermuten könnte – ein Wahlkampfauftritt von Sylvia Lehmann.

Sylvia Lehmann aus der Nähe zu erleben war in diesem kleinen Kreis schon eine interessante Erfahrung . Sie erschien etwas später und nahm amüsiert auf dem für sie reservierten „Roten Sessel“ Platz.

So wie auf den Wahlplakaten – die Fotos wären diesmal bei einem professionellen Fotoshooting entstanden – lächelte Sylvia Lehmann freundlich und Ihr Auftritt wirkte authentisch. Auf die Frage, was denn unter dem Slogan „Sylvia machts“ zu verstehen sei, sprach sie sehr geübt von ihren Bemühungen, sich auch den Problemen hier in Wildau anzunehmen zu wollen und dass sie sehr genau weiß, welche Kritikpunkte die BiW in Bezug auf die Rathauspolitik unter der Führung von Angela Homuth bereits geäußert hat.
Es sei ihr wichtig, dass man „Miteinander redet“. Deshalb sei sie hier. Und das war ja dann auch das Motto des Nachmittags.

Das Gesicht von Sylvia Lehmann wurde zunehmend sorgenvoll und nachdenklich, als die Sprache auf die sehr undurchsichtige und nicht nachzuvollziehende Handlungsweise der amtierende Bürgermeisterin, Frau Angela Homuth, kam. Ihr Gesicht verkrampfte sich geradezu bei den Worten von Berthold Pohl:

Er würde sich sogar für den Wahlkampf von Sylvia Lehmann einsetzen, weil er sie auch als Mensch sehr schätzt. Was jedoch eine SPD-Politikerin, die wie eine Diktatorin in Wildau herrscht, mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Stadt macht, könne er
nicht länger für sich behalten. Vor seinem Renteneinstieg hätte er z. B. an so einem Treffen nicht teilnehmen können. Dazu musste er eine Verpflichtung unterschreiben.

Besonders missbillige er jedoch, dass gut durchdachte und geplante Projekte der Stadt, wie der Neubau Kita „Hasenwäldchen“ und die Erweiterung der Grundschule einfach vom Tisch gefegt wurden und durch Frau Homuth neu begonnen wurden. Dadurch sind der Stadt Mehrkosten in Millionenhöhe entstanden – schlimmer noch – es sind
Millionen in die „Tonne getreten“ worden. Nur weil Frau Homuth ihren eigenen Willen durchsetzen wollte – ohne jegliche Vernunft in der Entscheidung.

Der Kindergarten Hasenwäldchen wird nun außerdem viel kleiner, weniger kindgemäß, sieht einem Plattenbau ähnlicher, als einem zeitgemäßen Bau für Kinder und kostet am Ende genau soviel, wie das Projekt, das unter dem früheren WiWO Chef Frank Kerber
gebaut werden sollte.

Das sei unverantwortlich. Es hätte zu keiner Zeit einen Grund gegeben, das Projekt von Frank Kerber NICHT weiterzubauen. Nein, es wurde die bereits ausgehobene Baugrube wieder zugeschüttet und eine Bauverzögerung von fast einem Jahr in Kauf genommen.
Nur, weil Frau Homuth ganz persönlich das so wollte. Warum weiß kein Mensch … angeblich, um Baukosten zu sparen.

Persönlich hätte ihn getroffen, dass Frau Homuth ihm die Verantwortlichkeit für die Erweiterung der Grundschule entzogen hat – ohne Begründung. Jahrelang hat er sich für das Projekt eingesetzt, alles war geklärt und die Pläne von Herrn Bley HÄTTEN für 13,5 Millionen (netto) umgesetzt werden können, mit dem Bau sollte Mitte 2021 begonnen werden – laut „Generalplaner-Vertrag“.

Wenn nicht Frau Homuth plötzlich und unerwartet eine neue Studie in Auftrag gegeben HÄTTE. Das Ergebnis: Aktuell soll die Erweiterung der Grundschule jetzt 30 Millionen EUR kosten.

Die Stadtverordneten sind damit völlig überrumpelt worden. Die Summe von 30 Millionen ausgeben zu wollen, ist eine Entscheidung von Angela Homuth. Die Beschlussfassung erfolgte in der SVV nur durch eine Tischvorlage. (Das heißt, den Stadtverordneten wurde erst kurz vor Beginn der Sitzung der Beschluss auf den Tisch gelegt). Es ist alles so unvorstellbar. Dieser Beschluss wurde nicht in den Ausschüssen vorher diskutiert und Nachfragen wurden nicht zugelassen.

Durch die Politik von Angela Homuth sei der Stadt Wildau großer Schaden entstanden. Und Frau Homuth ist erst zwei Jahre im Amt. Das darf nicht so weiter gehen, so Berthold Pohl.

Zum Thema Erweiterung der Grundschule konnten die Gäste beim Stammtisch nun erstmals aus erster Hand auch von Michael Bley erfahren, wie genau der Gang der Dinge war und welche Fakten auf dem Tisch liegen:

Herr Bley berichtete von der Historie der Entwicklung der Grundschule, an der er als Architekt seit den 90-iger Jahren erheblich mitgewirkt hat.

Laut „Schulentwicklungsplan“ ging man wohl davon aus, dass sich die Schülerzahlen der Grundschule von derzeit 460 auf 720 steigern würden.

Frau Homuth war jedoch der Meinung, dass wir zukünftig in Wildau mit 950 Schülerinnen und Schülern in der Grundschule zu rechnen haben und begründete damit die Erweiterung der Grundschule bis auf das „Meyer-Beck-Gelände“ für 40 Millionen EUR.

Um ein Konzept für derartig hohe Schülerzahlen zu entwickeln wäre die Arbeit von 3 Verwaltungsjahren nötig, so die Information von Herrn Bley. Aktuell sind wohl nun 750 Schülerinnen und Schüler prognostiziert für die o.g. 30 Millionen.

Ein ständiges Hin und Her. Der Bebauungsplan (B-Plan) für das aktuelle Projekt, das Frau Homuth favorisiert, ergibt eine Bauverzögerung von 2021 auf 2024. Die Kosten werden sich erhöhen durch die jährliche Baupreissteigerung.

Ein Schaden für die Stadt in Millionenbeträgen ist zu erwarten.

Außerdem gäbe es laut Herrn Bley einen stark überbauten Schulstandort, eine fehlende „ästhetische Empathie“ der Entscheidungsträger und die Gefahr, dass es zu einer Erweiterung der Grundschule kommen könnte, die durch die Verdichtung des Standortes nicht für Kinder der Klassen 1-6 geeignet scheint.

Herr Bley richtet eine Art Appell an die Verwaltung, erneut zu prüfen, ob die Form eines „Schul-Campus“ für Grundschüler wirklich gewollt ist.

AUCH Berthold Pohl forderte eindringlich, den Beschluss zur Grundschul-Erweiterung auf den Prüfstand zu stellen und mit dem Bauausschuss der Stadt, Stadtentwicklungsausschuss, Planern – einschließlich Herrn Bley – und der Bauverwaltung , also mit den Fachleuten nach einer Alternative zu suchen, um zu verhindern, dass die Stadt sich mit einer 30 Millionen Investition total übernimmt und sich dadurch selbst endgültig ins finanzielle Chaos stürzen würde.

Es gilt dringend auch hier, Schaden von der Stadt abzuwenden.

In diese Richtung ging auch das Statement von Dr. Peter Mittelstädt, der kritisch hinterfragte, ob es denn angemessen sei, auf einem viel zu kleinen Standort eine 3-Feld Turnhalle errichten zu wollen, obwohl seit Jahren ein Bauplatz für die Sporthalle reserviert ist und zwar zwischen Wildorado und Kunstrasenplatz.

Er machte darauf aufmerksam, dass auch Kosten gespart werden könnten, wenn die Sporthalle auf dem vorgesehenen Platz gebaut werden würde.

Es drängte sich den Gästen im Cafe 21 der Eindruck auf, dass unserer Bürgermeisterin Millionenbeträge, die gespart werden könnten, offenbar egal sind.

Alles sehr einleuchtende Argumente. Ob die SVV ihren eigenen Beschluss aufgrund dessen nicht selbst noch einmal hinterfragt, bleibt abzuwarten.

Und zum Thema Haushalt und Geld konnte dann auch der ehemalige Bürgermeister von Heidesee, Herr Siegbert Nimtz, aufschlussreiche Informationen geben:

Als Herr Nimtz 2003 zum hauptamtlichen Bürgermeister von Heidesee gewählt wurde, war die Gemeinde hoch verschuldet, in mehrfacher Millionenhöhe.

Als er 2019 nicht noch einmal zur Wahl antrat, konnte sich Heidesee schuldenfrei nennen.

Auf die Frage, wie er das denn angestellt hätte, antwortete er: „Durch disziplinierte Haushaltsführung.“

Dazu gehöre aus seiner Sicht, eine detaillierte Planung aller Projekte von Anfang an. Das heißt, ALLE Kosten müssen z.B. bei einem Neubau von vornherein auf den Tisch. Auch die Nachfolgekosten. Ironisch bemerkte Herr Nimtz, dass man sich auch keinen Bus kaufen kann und dann aber kein Geld mehr hat für das Benzin.

Es müsse jeder Tisch, jeder Stuhl und jeder Baum im Garten mit seinen Kosten vor Baubeginn ausgewiesen sein, dann könne es auch nicht passieren, dass – wie in Wildau jüngst geschehen – mitten in der Bauphase – ein Kredit in Millionenhöhe nachgefordert werden muss.

Wenn ich privat baue, sagte Herr Nimtz, dann kann ich ja auch nicht mittendrin feststellen, dass ich Kosten vergessen habe zu berechnen und von der Bank mehr Geld fordern. Da macht keine Bank mit.

Wie inzwischen durch Presseberichte in der MAZ bekannt wurde, bekommt Wildau derzeit keine Kredite, weil der Landkreis der Meinung ist, Wildau könne sich das nicht leisten.

Herr Nimtz bestätigte, dass bei ungenauer Haushaltsführung selbst eine Stadt wie Wildau schnell in die „Pleite“ geraten kann.

Wie an verschiedenen Stellen angemerkt, liegt nach Auffassung der BiW dringend die Aufgabe bei der SVV, Schaden von der Stadt abzuwenden. Das heißt alle Stadtverordneten müssen sich fragen lassen, ob sie sich bei all ihren Entscheidungen von Sachlichkeit haben leiten lassen, ob sie gut genug informiert waren über die zu beschließenden Sachverhalte, ob in den Ausschüssen ausreichend alle Details diskutiert wurden und ob ihnen klar war, was ihre Entscheidungen nach sich ziehen könnten.

Die 90 Minuten waren zu schnell vorbei, als dass alles hätte diskutiert werden können. Es sei jedoch erwähnt, dass grundsätzlich der Wunsch nach Kommunikation bei allen Themen im Vordergrund stand, wie es auch Mario Lüdtke deutlich machte.

Emotionalität der authentischen Art gab es, als Christine Stüber-Errath sich dazu äußerte, wie engagiert alle Unterstützer der BiW in ihrer Freizeit zu Werke gehen, um Transparenz in die Geschehnisse zu bringen und für die Bürgerinnen und Bürgern Informationen zu erarbeiten, um für mehr „Durchblick“ zu sorgen.

Es sei für sie verletzend, dass dieses – auch ihr eigenes – Engagement von der Bürgermeisterin in Misskredit gebracht worden sei. Dass die Bürgermeisterin das sogar in einem offiziellen Amtsblatt äußern kann, ohne zur Verantwortung gezogen zu werden, macht irgendwie wütend und sie sei geneigt den Stimmen zu glauben, die da aus dem Rathaus schallen mit der besorgniserregenden Information, es herrsche ein Klima der Angst.

Die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würden sich genau überlegen, was sie sagen, weil jede kritische Stimme sofort die Äußerung von Frau Homuth zur Folge haben könnte: „Ach Du bist gegen mich.“ Und es macht die Runde, dass Mobbing im Rathaus kein Fremdwort ist.

Auch das muss kommuniziert werden, denn es kann nicht sein, dass Menschen sich nicht mehr trauen, offen ihre Meinung zu sagen.

Nach 90 Minuten wirkten die Gesichtszüge von Sylvia Lehmann deutlich gedankenvoller. Wir finden, dass das ein gutes Zeichen ist. Sie nutzte dann auch noch die Gelegenheit, mit den Gästen persönlich ins Gespräch zu kommen. Interessant die Beobachtung, dass die Wahlplakate meist nur lächelnde Politikerinnen und Politiker zeigen, obwohl es doch leider so viele Gründe gibt, nachdenklich zu sein.

Wir freuen uns auf weitere Dialoge auf Augenhöhe mit Menschen, die etwas zu sagen haben und etwas sagen wollen. Am kommenden Freitag geht es um unsere Seniorinnen und Senioren und warum das Thema „Volkssolidarität“ in Wildau für so viel Diskussionsstoff sorgt.

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